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Die Schwanzmeise (Aegithalos caudatus)
Wenn du dich fragst, was für eine Kugel da gerade im Baum herumturnt – das bin ich! Ich bin wirklich kugelrund und habe einen grandios langen Schwanz. Mein Schwanz hilft mir dabei beim Turnen das Gleichgewicht zu halten. Dank ihm bin ich so ein ausgezeichneter Turner. Diese Fähigkeit ermöglicht es mir, selbst in den äußerten Spitzen der Zweige nach kleinen Insekten, wie Blattläusen, suchen zu können. Und meinem Schwanz habe ich, du wirst es schon erraten haben, meinen Namen – Schwanzmeise – zu verdanken.
Mein Nest ist ein richtiges Kunstwerk, das solltest du mal sehen. Ich und mein Partner benötigen über einen Monat, um es fertig zu stellen. Am Ende ist es genauso eine schöne geschlossene Kugel wie ich es bin. Und drinnen ist es sooo schön weich, da ich es mit Moos und Haaren polstere. Aus diesem Grund schlafen nicht nur die Kleinen, sondern auch Mama und Papa Schwanzmeise in unserem kugeligen zu Hause.
Wenn Mutter Natur die Fäden webt
Die Natur beschenkt sie mit Materialien so reich,
dass sie ein Bauwerk erschaffen – einem Wunder gleich.
Mit Spinnweben wird aus Moos eine Hülle gewebt,
zu einem runden Zuhause, das in den Zweigen schwebt.
Stabil wie eine Festung trotzt es Regen und Wind,
wie eine Seifenblase dehnt es sich aus mit dem Kind.
Im Inneren ein Bett wie Watte weich,
ein aus Tausenden Federn geschaffenes Himmelsreich.
In Flechten gehüllt, kaum sichtbar im Licht,
eine schützende Wiege, die von Geborgenheit spricht.
Ein zartes Geflecht aus Geduld und Zeit,
verwoben mit der Liebe, die Leben verleiht.
Wenn die Kinder aus dem Haus sind, bin ich mit meinen Kumpels unterwegs. Gemeinsam streifen wir dann auf der Suche nach Nahrung durch die Gegend. Unser Trupp schaut dabei auch gerne mal bei dir am Futterhaus vorbei. Und wenn die Nächte im Winter frostig werden hat unsere Gemeinschaft einen großen Vorteil. Nachts können wir uns gegenseitig wärmen, in dem wir uns eng an eng, wie die Hühner auf der Stange, auf unserem Schlafzweig aneinanderreihen.
Steckbrief Schwanzmeise
Länge: 13 - 15 cm (davon Schwanz 7 – 9 cm)
Lebensraum: Laub- und Mischwälder, Gärten & Parks mit viel Unterwuchs
Brutplatz: Nest in Bäumen oder hohem Gebüsch
Nahrung: Insekten & Larven, im Winter auch pflanzliche Nahrung
Standvogel (ganzjährig)
Bestand: nicht gefährdet (Rote Liste Deutschland)
Systematik:
Ordnung: Sperlingsvögel
Unterordnung: Singvögel
Familie: Schwanzmeisen
Gattung: Aegithalos
Art: Schwanzmeise
Dieses Bild zeigt die äußere Hülle des Nestes – ein kleines Wunderwerk. Mit Spinnweben werden Moos und Pflanzenreste zu einer hohlen Kugel verwoben, die Außenwände kunstvoll mit Flechten getarnt. Zwischen Zweigen versteckt, sind diese Nester nahezu unsichtbar. Doch das eigentliche Staunen beginnt im Inneren.
Wir hatten schon oft beobachtet, wie die Meisen Feder um Feder ins Nest tragen. Aber das, was wir heute sahen, hat all unsere Vorstellungen übertroffen: Ein weiches, dichtes Federbett – so fein und flauschig, dass man sich fragt, ob selbst die Wolken am Himmel weicher sind.
Baby-Schwanzmeise: “Papa, darf ich noch ein wenig aufbleiben? Biiiitte! Ich bin noch gar nicht müde.”
Papa-Schwanzmeise: “Mir reichts! Du putzt jetzt den Schnabel und gehst ins Bett. Basta!”